Beziehung-bei euch klappt es doch auch

Posted on 23. November 2016 by Dany

Viele Freunde und Außenstehende sagen immer „Bei euch klappt es doch auch, warum gehen meine Beziehungen immer schief?“

Dazu erstmal ein Wort – Durchhalten

Godwanaland

Ja, ich finde viele werfen zu schnell das Handtuch. ABER, das haben wir auch gemacht.

Nachdem wir ein Jahr zusammen waren und auch zusammen gewohnt haben kamen Zweifel. Ist das jetzt immer so? Will ich das? Ich bin doch noch so jung, will ich mich wirklich schon mein restliches Leben an einen Menschen binden? Und dann haben wir uns getrennt, haben uns jeder wieder eine eigene Wohnung gesucht.

Wie wir trotz allem wieder zueinander gefunden haben

Das witzige ist, das wir zwar nicht mehr zusammen waren, aber trotzdem zusammen waren. Wir haben uns eben gut verstanden und so hatten wir weiterhin Kontakt. Der eine konnte nicht so richtig ohne den anderen. Besonders für mich war es schwer. Ich glaube mal so richtig für eine längere Zeit nicht in einer Beziehung, dass hatte ich noch nie.

Wir trafen uns oft, in seiner oder eben in meiner Wohnung, sind zusammen weg gegangen. Und des Öfteren haben wir auch diskutiert und manchmal auch gestritten. Dann war Funkstille. Die schlimmste Strafe für einen Menschen ist ignorieren und schweigen. Irgendwann haben wir dann geschworen egal wie blöd es gerade ist man schreibt immer zurück. Und das haben wir. Ein Jahr lang ging es so weiter. Viele Hochs und Tiefs. Und dann als ich dachte das macht alles keinen Sinn mehr, als ich keine Hoffnung mehr hatte wollte ich gehen. Ich dachte dann hört der Schmerz auf, dann können wir uns nicht mehr über den Weg laufen. Und vielleicht ist es besser so. Denn nur Freundschaft das konnte und wollte ich nicht. Also bin ich gegangen.

Zwei Monate war ich fort. Habe mich in der Heimat erholt, mehr oder weniger. Denn richtig zur Ruhe gekommen bin ich nicht. Weil ich nicht wusste wie es weiter gehen soll. Wie ich neu anfangen soll. Immerhin hatte sich auch in der Heimat so viel verändert. Die Zeit ist eben auch dort nicht stehen geblieben. Und dann war da diese eine Nachricht, die mich wieder hoffen ließ.

Ich habe neu angefangen, allerdings wieder in unserer Stadt. Ich bin also zurückgekommen, habe mir eine neue Wohnung gesucht und einen neuen Job. Diesmal wollte ich es schaffen, das allein sein. Doch dann, als es mir besser ging, als ich mich erholt hatte und mich selbstbewusst sagen hörte „dann sind wir eben nur Freunde“ da war er wieder da. Nach und nach haben wir uns wieder angenähert und ich habe mich was Arbeit anging noch einmal für einen neuen Weg entschieden. Bin wieder zuhause eingezogen. Ich dachte wenn wir nicht immer aufeinander hocken sondern ein gewisser Abstand bleibt hilft das. Aber in Wirklichkeit hatte ich Angst. Ich wollte das nicht noch einmal erleben. Dieses, Boden unter den Füßen wegreißen. Das hat wehgetan und eine tiefe Narbe hinterlassen. Nein dieses Mal wollte ich Selbstbewusst sein, mich von niemanden mehr abhängig machen. Und wenn er nochmal gehen würde, dann würde ich das schaffen.

Und dann, nach einer Weile, da war ich mir nicht mehr sicher. Ich hatte zu viel Angst und habe ihn verlassen. Wir hatten eine Weile keinen Kontakt und so dachte er das war´s, für immer. Aber als ich dann gesehen habe das er jemanden kennengelernt hatte, das hat mich verletzt. Und da wusste ich, dass ich nicht ohne ihn kann. Also musste ich einen Weg finden das Vertrauen wieder aufzubauen.

Heute

Heute Vertraue ich, voll und ganz. Aber nur weil ich anders darüber denke und anders mit Situationen umgehe als damals. Ich bin nach wie vor eifersüchtig, das gehört dazu. Und auch das man mal nicht einer Meinung ist. Aber das Allerwichtigste ist tatsächlich KOMMUNIKATION. Und ja, ich habe damals auch gedacht er muss doch wissen wie es mir geht und was ich denke. Aber wie denn, wie soll er das wissen. Weiß ich es denn wie und was er denkt?

Am aller wichtigsten für mich war allerdings die Erkenntnis „Liebe dich selbst und du kannst jeden Heiraten“. Als ich den Satz zum ersten Mal gehört habe, wusste ich nicht was das bedeuten soll. Aber nun viele Jahre später verstehe ich es. Denn wie soll ein Mensch jemanden gern haben oder lieben der sich selbst nicht mag. Der sich selbst fremd ist. Wie soll ein anderer wissen was ich mag wenn ich es selbst nicht weiß?

Also musste ich mich selbst kennenlernen. Das habe ich. Und nach kurzer Zeit habe ich gemerkt wie sich alles verändert hat. Menschen haben sich verändert und Situationen auch.

Früher wäre ich sauer gewesen, hätte meine Sachen gepackt und vielleicht sogar die Beziehung beendet wenn mein Mann gesagt hätte „ich geh jetzt mit Jennifer nackt baden“. Aber heute lache ich darüber, entweder ich gehe mit oder bleibe da und unterhalte mich mit anderen weiter. Die können meine Reaktion nicht nachvollziehen. Aber mal ehrlich, was soll denn schlimmes passieren? Und ist es nicht besser wenn er es so offensichtlich macht anstatt irgendwann heimlich.

Wenn wir nachhause kommen von der Arbeit sprechen wir kurz darüber wie unser Tag war. Somit kann man gut damit abschließen. Auch wenn man eine witzige oder komische Nachricht bekommen hat reden wir darüber. Wir reden über alles, wie mit einem besten Freund. Und das Gute daran ist, keiner kann überrascht werden. Das heißt wenn er mit ein paar Freunden in einen Stripclub geht erzählt er mir von selbst wie es war. Somit kann am Ende keiner kommen und sagen „hey ich hab deinen Mann da und dort gesehen“. Und selbst wenn dann kann ich mit einem Lächeln sagen, „ich weiß“.

Nach 7 Jahren und ein paar Monaten habe ich Ihn gefragt ob er mich heiraten will. Ja möchte er. Mit 8 Jahren und ein paar Monaten haben wir geheiratet. Und nun sind seit 9 Jahren zusammen und seit ein paar Monaten verheiratet. Ja, eine Hochzeit vorzubereiten, dass ist nochmal eine richtige Probe. Denn auch wenn wir es nicht wollten so haben wir doch häufiger gestritten und viel diskutiert. Jeder war ein oder mehrere Male an dem Punkt die Hochzeit sein zu lassen. Aber wir haben durchgehalten und uns bei unseren Eltern und Freunden Hilfe gesucht.

Ob es einen Unterschied zu vorher macht? Nein, finde ich nicht. Aber für mich war es nochmal ein unglaublicher Vertrauensbeweis. Aber er hat Wort gehalten und auf mich gewartet, mit unseren Freunden, Verwandten und der Standesbeamtin. Und am Ende haben wir beide Ja gesagt. Denn in guten wie in schlechten Zeiten, in Armut und Reichtum, in Krankheit und Gesundheit waren wir auch die Jahre vorher immer füreinander da.

Ihr seht, auch bei uns war es nicht immer so leicht wie es von außen immer zu sein scheint. Auch wir haben uns wehgetan, Fehler gemacht. Aber wir haben immer wieder zusammengefunden und waren immer füreinander da.

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Er ist mein Mann, mein bester Freund, mein Geliebter, mein Entertainer, mein Prinz und mein Held.

Danke für alles, ich liebe Dich!

8 Comments

  • Sebastian 2. Dezember 2016 at 18:58

    Wenn man einen Rat braucht eignet sich dies gut zum lesen, da es schon viele Fragen beantwortet. Auch in der liebe kann man nicht den Fahrstuhl rufen, da muss man schon die Treppen nehmen… In dem sinne geht euren weg weiter und habt weiterhin die besten Erfolge. Viele grüße, ich ^^

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    • Dany 3. Dezember 2016 at 0:46

      Danke für deinen Kommentar Sebastian, den Vergleich wegen Fahrstuhl und Treppe finde ich sehr gut 😉

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  • StockFlo 27. November 2016 at 23:07

    Das hast du echt schön geschrieben Dani.
    Sehr herzlich und voller Emotionen. Ich musst es auch ein zweites mal lesen ?

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    • Dany 28. November 2016 at 7:04

      Danke lieber Flo für deinen Kommentar. Ja ich habe mir viel Mühe gegeben meine Gefühle mit rein zu packen. Schön, dass es dir gefällt. 😉

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  • Lydi 24. November 2016 at 7:25

    Nach dem ich deinen Beitrag nun schon 3x gelesen habe, muss ich zugeben: ich habe Tränen in den Augen.
    Nun weiß ich ein Stück mehr, warum ich euch zwei nicht nur kennen sondern auch ein Stück lieben gelernt habe.
    Ich Danke euch von ganzem Herzen, dass ich ein kleiner Teil von euch und eurem Tag sein durfte ♡
    An diesem Datum habe ich gelernt, dass man nicht nur am Anfang einer Beziehung Schmetterlinge im Bauch haben kann 🙂 ich denke nämlich dass wir die alle hatten , als du den Raum betreten hast ♡
    Bleibt wie ihr seid , denn so lieb ich euch 🙂

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    • Dany 24. November 2016 at 7:29

      Oh Lydi, danke für deinen Kommentar. Das ist unglaublich süß von dir. Naja alle stellen sich das immer so einfach vor weil es nach außen auch so aussieht. Aber auch wir haben unsere Geschichte und mussten genauso kämpfen. Aber es kann ein Happy ohne Ende geben und das wollten wir irgendwie auch beweisen. Uns selbst und auch anderen. Wir lieben dich auch meine Sonne. Danke für alles!

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  • Bekki 23. November 2016 at 19:10

    Dany! ein schöner Beitrag, man merkt beim lesen richtig, dass da viel Gefühl dahinter steckt, am süßesten ist das Ende, da musste ich lächeln 🙂

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    • Dany 23. November 2016 at 19:56

      Danke liebe Bekki.Ja da steckt viel Gefühl drin. Schön das es dir gefällt. Lg deine Dany

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