Seit meinem 25. Geburtstag habe ich jedes Jahr meinen 25. Geburtstag gefeiert. Das könnte ich sicher noch ein paar Jahre fortsetzen ohne dass jemand mein Alter in Frage stellt. Ich bin nun mittlerweile 29 Jahre alt. Ich bin verheiratet und nach wie vor verliebt. Verliebt in meinem Mann und in mein Leben. Ich habe schon viele Erfahrungen sammeln können. Aber dennoch mache ich mir Gedanken übers Erwachsenwerden. Verrückt? Vielleicht ein bisschen. Die 30 ist nicht mehr weit und trotzdem habe ich nicht das Gefühl erwachsen zu sein. Aber ich denke auch, dass es nichts mit dem Alter zu tun hat. Sondern mit den Erfahrungen die man sammelt.

Im Moment stehen wir ein wenig im Stau. Die Wohnungssuche dauert. Obwohl es nicht an der Suche selbst liegt, sondern eher daran, ob wir die Wohnung letztlich auch bekommen. Erst wenn wir eine größere Wohnung haben, würden wir einen Schritt weiter gehen. Das bedeutet: Nachwuchs. Manchmal wenn ich sehe, dass die meisten unserer Freunde schon Kinder haben, denke ich – wir sind Spätzünder. Aber ich konnte es mir einfach noch nicht vorstellen. Und dann war da noch die Sache mit dem Geld. Und die Dinge die wir noch machen wollten. Tja und nun, nun möchte ich erst ein größeres Zuhause haben.

Die meisten Dinge haben sich von selbst zusammengefügt oder ergeben. Alles zu seiner Zeit. Und das hoffe ich auch jetzt. Und bis dahin, versuchen wir einfach das Beste draus zu machen und unser Leben zu genießen.

Der Papa meiner Freundin meinte vor einiger Zeit einmal, dass ich ganz schön erwachsen geworden sei. Wir hatten uns tatsächlich mindestens ein Jahr nicht mehr gesehen. Und dann, war das Wiedersehen ganz anders als gedacht. Plötzlich saß ich mit ihm an einem Tisch und wir redeten und redeten. Ich denke ich bin vielleicht nicht mehr dieses kleine und ruhige Mädchen von früher. Bin gereift. Aber wenn irgendwo eine Hüpfburg oder ein Trampolin steht, dann gibt es nach wie vor kein Halten mehr.

Vielleicht merkt man auch selber nicht, dass man erwachsen wird. Vielleicht geschieht das einfach alles und man ist eben erwachsen geworden ohne es zu merken oder zu fühlen?

Ich hatte immer etwas Angst davor Entscheidungen treffen zu müssen und Verantwortung zu übernehmen. Ich hatte Angst vor den Entscheidungen, die mein Leben und meinen Weg verändern und beeinflussen. Was wenn es falsch ist? Und dann, dann habe ich es einfach gemacht. Und nun übernehme ich Verantwortung, ganz von selbst, ohne mir Gedanken darüber zu machen. Wahrscheinlich ist das, wie beim Autofahren. Man tut es einfach ohne groß darüber nachzudenken welches Pedal wo ist.

Ich dachte immer, dass es etwas ganz Großes ist. Dieses Erwachsenwerden, aber anscheinend passiert es einfach.

Nun habe ich nur noch Angst davor zu vergessen. Viele ältere Menschen vergessen wie es war, dass sie auch mal jung waren. Das möchte ich nicht. Und trotzdem habe ich schon gemerkt, wie ich mich verändert habe. Es fiel mir schwer mit Billy (zu dem Zeitpunkt 4 Jahre alt) zu spielen. Mich in seine kleine Welt hinein zu versetzten und nicht groß darüber nachzudenken. Aber das gehört wohl dazu, zum Erwachsenwerden.

Aber eins sei gewiss, egal wann – wenn mir ein Kind sein Spielzeugtelefon in die Hand drückt, dann werde ich damit telefonieren. Und ich unterstütze meine Fantasie indem ich durch Bücher immer wieder in eine andere Welt abtauche. Welten in denen es Feen und Elfen gibt.