Nachdem ich den Beitrag von Matthew gelesen habe, lässt mir das Thema keine Ruhe mehr. So wie ich heute bin fragen viele wie ich das mache, so Selbstbewusst zu sein. Heute sage ich euch, ihr irrt. Solange es eine intakte Fassade gibt ist auf den ersten Blick alles gut. Aber ich bin noch lange nicht an dem Punkt angekommen wo ich sein will. Ich bin mir selbst bewusster geworden, das stimmt. Aber es gibt immer noch unzählige Momente, Tage und Situationen in denen ich es nicht bin. Momente in denen ich zweifle.

Wenn mich heute jemand sieht, denkt keiner auch nur im Entferntesten daran, dass ich eine schlimme Vergangenheit oder gar Kindheit gehabt haben könnte.

Das Gegenteil ist leider der Fall. Und es ging nicht nur mir so. Auch meine Mama wurde zu Schulzeiten regelrecht gequält. Kinder und Jugendliche können so unglaubliche Monster sein. Kein Wunder, dass sich so viele Menschen irgendwann wehren. Und dann, wenn es zu spät ist, wird bereut.

Den Nachnamen Voß habe ich nie mit Stolz getragen. Im Gegenteil, für mich war er wie ein Branding welches ich auf der Stirn hatte. Heute versteht das niemand. Ich konnte mich nie mit diesen Namen identifizieren, weil ich mit meinem Erzeuger nie etwas zu tun hatte. Ich habe ihn kennengelernt, das war aber auch schon alles. Dieser Name gab Menschen immer wieder einen Anlass, dass ich ihn noch mehr hasste.

„Na wie geht’s denn der Frau Fot . . ?“

Ich werde das jetzt nicht weiter ausführen.

Als ich eines Nachmittags zu meiner Freundin gelaufen bin, kam mir einer dieser netten Menschen auf seinem Fahrrad entgegen. Um die Straßenseite zu wechseln war es leider zu spät. Somit atmete ich tief ein und wollte hoch erhobenen Hauptes einfach weiter gehen. Ich dachte mir, diesmal ist er allein. Keine applaudierenden Fans um ihn rum, vielleicht lässt er mich einfach in Ruhe. Ein paar Sekunden später merkte ich wie sein Speichel mir das Gesicht runter lief. Danke an dieser Stelle, dadurch habe ich gelernt wie wichtig es ist immer Taschentücher einstecken zu haben.

Keine Angst, ich zähle jetzt nicht jede Beleidigung und Demütigung auf, denn das wäre wohl zu viel des Guten. Aber anscheinend ist es auch nur mir im Gedächtnis geblieben. Außer dieser einen kleinen anderen Sache in der fünften Klasse. Daran konnte sich ein ehemaliger Mitschüler während des Klassentreffens noch erinnern. Wie er damals meinen an ihn geschriebenen Liebesbrief in der seiner klasse rumzeigte und sich fühlte wir der König im Auenland. Nun setzte sich dieser „Typ“ neben mich und fragte ob es nicht komisch sei ihn wieder zu sehen, wo ich doch damals auf ihn stand. Ja, na klar meine Gefühle haben völlig verrückt gespielt als ich diesen vom Leben gezeichneten betrunkenen Menschen wieder gesehen habe. Also manchmal frag ich mich echt was in anderen Menschen so vorgeht. Was stimmt denn mit euch nicht?

Mein Tipp an andere Betroffene,

lasst euch nicht unterkriegen. Sucht euch Verbündete, ihr müsst da nicht allein durch! Und irgendwann werdet ihr daran wachsen. Ihr werdet mehr erreichen als solche Menschen, die Spaß daran haben andere bloß zustellen. Und irgendwann werdet ihr zurückblicken und denken, ich war so viel stärker als ich es damals dachte. Denn ich hab nicht Gleiches mit Gleichem vergolten. Jeder bekommt im Leben das, was er verdient! Haltet durch.

Ich habe nicht nur den tollsten Mann geheiratet, sondern ich trage nun mit Stolz einen anderen Namen. Für mich war es wie eine Chance noch einmal von vorn anzufangen. Neu zu starten. Und das tut so unheimlich gut. Ich habe das Gefühl ein völlig neuer Mensch zu sein und alles erreichen zu können, was ich möchte.

Keine bösen Worte, keine Namen, keine bösen Wünschen – denn jeder bekommt im Leben das was er verdient.

 

 

Danke Matthew für deine Inspiration. Es tut so unheimlich gut, dass alles einmal los zu werden und danke an euch, meine Leser,

eure Dany <3