Sie haben eine neue Nachricht. Das Whatsapp Symbol leuchtet auf. Dieses Angebot habe ich bei Immobilienscout24 gefunden. Der Standardtext wenn man so einen Link verschickt. Darunter steht „unsere Wohnung“. Aufregung macht sich in mir breit. Auf den ersten Blick sehe ich die Größe und den Preis und das geht tatsächlich. Ich klicke voller Spannung auf den Link. Langsam öffnet sich die Seite. Lädt. Dann endlich ein Bild vom Haus. Eine sehr komische Form, aber das hat was. Ich drücke den Pfeil. Ein Grundriss kommt zum Vorschein. Sofort schießen sämtliche Ideen in meinen Kopf was man daraus alles machen kann. Leider keine Fenster im Bad und auch kein Balkon. Aber dennoch, sie ist toll.

Am nächsten Tag rief ich voller Euphorie bei der Immobilienfirma an. Eine angenehme weibliche Stimme meldet sich. Ich erkläre wer ich bin und mein Anliegen. Es dauert nicht lang und wir sind uns einig. Nun heißt es warten. Die derzeitigen Mieter müssen einverstanden zu einer Besichtigung sein und Zeit haben. Sie meldet sich nächste, spätestens übernächste Woche sagt sie. Für den Moment muss das reichen.

Das lange Wochenende hat gut getan. Dennoch waren wir im Gedanken immer wieder bei der Wohnung. Das Gefühlschaos und die Launen der letzten Tage sind wie weggeblasen. Die Sonne scheint wieder. Nicht nur draußen, sondern auch in mir. Es wird einfach Zeit. Viel zu lang hocken wir schon hier. Pläne schmieden macht Spaß. Bleibt nur die Hoffnung, dass die Wohnung dann auch so ist wie in unserer Vorstellung. Wir haben nur den Grundriss und die einzelnen Größen der Räume. Nicht mehr und nicht weniger.

Ständig der hoffnungsvolle Blick aufs Handy. Vielleicht sollte ich nochmal anrufen? Aber ich will mich auch nicht aufdrängen. Theoretisch ist genug Zeit. Aber was wenn uns jemand zuvor kommt?

Auf den Weg zum Markt will Mario im Auto noch einmal das Angebot aufrufen. Die Seite lädt. Plötzlich sagt er: „sie ist nicht mehr da Dany!“ Ich hab das Gefühl zu fallen. Ganz tief. Sofort macht sich Trauer und Ärger in mir breit. Wie kann das nur sein, ich habe doch erst vor zwei Tagen mit der Immobilientante telefoniert. Wie kann sie uns nur so verarschen. Ich bin enttäuscht. Und im selben Atemzug sagt er: „sie ist doch noch da, die App spinnt – alles gut“.

Unglaublich wie dieser eine Gedanke, dieser Funke Hoffnung mein Befinden so sehr beeinflussen kann. Aber ich kann nicht anders. Die Vorfreude, dieser eine Strohhalm ist zum Greifen nahe. Und trotzdem kann ich ihn noch nicht erreichen. Meine Hände sind zusammengebunden.

Sicher, es gibt noch so viele andere Wohnungen. Aber diese eine hat etwas. Mein Bauch sagt mir einfach – Dany, dass ist sie, dass könnte euer neues zu Hause werden. Und dieses Gefühl macht mich unheimlich glücklich. Dieses Glück möchte ich nicht so schnell wieder verlieren.

Wir versuchen realistisch zu sein, uns nicht zu viele Hoffnungen zu machen. Aber es gelingt nicht so richtig. Wie eine große Welle überschwemmt die Vorfreude und die Erwartungen die Angst und Enttäuschung. Ich kenne dieses Gefühl. Ich hatte es schon öfter. Und es hat nie gelogen. Das ist der Grund warum ich voller Euphorie bin und es nicht abstellen kann. Bitte lass das alles einfach nur wahr werden.

Ruf an. Ruf endlich an denke ich. Und ich warte. Schaue aufs Telefon und warte.