Das 1. Trimester – wie ich es erlebt habe und was auf dich zukommt

Posted on 18. August 2018 by Dany

In diesem Beitrag erzähle ich dir, wie ich das 1. Trimester empfunden habe. Ich habe einige Tipps, die du gegen Übelkeit versuchen kannst zusammengetragen und erzähle dir auch, was bei den ersten Untersuchungen auf dich zukommt. 

Ich habe von so vielen Frauen und ihrer Schwangerschaft gehört und gelesen, dass man meinen müsste ich würde es lieber lassen wollen. Von total schönen Schwangerschaften und super Geburten über Die schlimmsten Wochen und Höllengeburten. Aber ich habe immer gesagt, ich möchte es selbst erleben. Wenn ich soweit bin und den richtigen Partner an meiner Seite habe. Vor allem hat mich neugierig gemacht, dass eben jede Schwangerschaft anders ist und jede Frau dieses Phänomen anders erlebt.

Schwangerschaftssymptome im 1. Trimester

Ganz zu beginnt hat sich meine Oberweite verändert. Sie wurden größer und extrem empfindlich. Allerdings hatte ich das in dem Moment auf eine körperliche Veränderung ab 30 zurückgeführt, weil ich das Thema Schwangerschaft erstmal hinten ran gestellt hatte bis mein Körper nach Absetzten der Pille soweit war. Dann blieb die Regel aus und der Test verriet, dass es doch geklappt hatte.

Da ich sonst kaum Symptome hatte, dachte ich vielleicht auf Übelkeit usw. verzichten zu können. Leider war mein Körper anderer Meinung und eskalierte ab der 5. Woche total. Übergeben musste ich mich zum Glück nie, war aber des Öfteren kurz davor gewesen. Da kann einem das Zähne putzen am Morgen schon mal zum Verhängnis werden oder Gerüche die einen sonst nie gestört haben.

Die morgendliche Übelkeit hat sich dann auf den ganzen Tag ausgebreitet und nach Einnahme der Folsäure Tabletten wurde es noch schlimmer. Also habe ich sie abends vorm Schlafen gehen genommen, da ich dachte nachts würde es mich nicht stören. Fehlanzeige. Ich bin ständig wegen der Übelkeit wach geworden und wusste nicht mehr wie ich liegen sollte.

Auch meine Ernährung habe ich umgestellt. Mein Körper wusste ganz genau was er brauchte und wollte. So wurde aus einem Glas Schokomilch gern mal drei. Da ich ein visueller Mensch bin, ging ich im Gedanken jeden Tag alles Essbare vor meinem geistigen Auge durch, bis ich Heißhunger auf etwas Bestimmtes bekam. Das ging eigentlich bis zum Ende des 1. Trimesters so und nahm erst in der 14. / 15.  SSW wieder ab. Mein Körper half mir also meine Ernährung umzustellen. Ziemlich praktisch. Und das Ergebnis waren sehr gute Eisenwerte ohne Nahrungsergänzungsmittel. Hör also auf deinen Körper, der sagt dir was du brauchst!

Was Launen und Co angeht, gab es für mich keine Veränderung. Ich habe mich aufgrund der Übelkeit etwas zurückgezogen und versucht auf meinen Körper einzugehen. Nur die Müdigkeit war ein großes Thema. 10 Stunden Schlaf waren jetzt normal und an der Tagesordnung. Drunter ging gar nichts, denn dann war ich zu nichts zu gebrauchen.

Auch die Hosen fingen langsam an zu zwicken und zu stören. Besonders auch der Gurt im Auto. Meine Haare wurden auf einmal an einer Stelle mega fettig. Kurze Zeit später hatte ich auf einmal Schuppen. Sie wurden extrem trocken und die Spitzen bekamen Bruchstellen und haben sich gespalten. Und meine Haut, besonders im Gesicht, hat zunehmend immer mehr Ähnlichkeit zu unserer Rauhfasertapete bekommen. Aber ich kann dir versichern, auch das geht vorbei.

Die ersten Untersuchungen

Gegen Ende der 5. Woche hatte ich dann meinen Frauenarzttermin. Da dieser schon vor einigen Monaten ausgemacht war, habe ich nicht extra einen neuen gemacht oder dieses vorverlegt. Ich bin zu dem Zeitpunkt davon ausgegangen, dass geschaut wird ob sich alles gut eingenistet hat und es keine Anzeichen für Komplikationen gibt. Und dann die heikle Phase bis zur 12. Woche quasi abgewartet wird.

Als ich der Ärztin verkündete schwanger zu sein freute Sie sich sehr, besonders weil es geplant war. Es folgte auch gleich der erste Ultraschall. Und da war es nun. Ein kleiner schwarzer Fleck umhüllt von einer „Blase“. Ich war sehr erleichtert und glücklich. Nur schade das M. das nicht sehen konnte. Ein Bild bekam ich leider nicht. Dafür aber einen Stapel mit Zetteln und Infoblättern. Und gleich den nächsten Termin in drei Wochen, an dem auch eine Hebamme da sein sollte.

Das ging alles ein wenig schnell und dementsprechend war ich auch etwas verwirrt, was denn da jetzt noch auf uns zukommen würde.

Was kommt auf dich zu?

Nachdem wie bei mir in der ersten Untersuchung erst einmal die Schwangerschaft festgestellt wurde, folgte ein weiterer Termin. In meiner Frauenarztpraxis gibt es dafür einen bestimmten Tag in der Woche an dem dann auch eine Hebamme mit vor Ort ist und die Schwestern, sowie die Ärztin unterstützt.

Innerhalb dieser eigentlichen Vorsorgeuntersuchung (in meinem Fall die Zweite) standen neben einem weiteren Ultraschall, Wiegen, Blutdruckmessen, Urinuntersuchung, Hb-Bestimmung, HIV-Test, Röteln, Antikörper-Suchtest und die Bestimmung der Blutgruppe und dem Rhesusfaktor an.

Zu diesem Termin hatten wir uns schon entschieden, welche weiteren Tests (die man erst einmal selbst zahlen muss, die aber in den meisten Fällen von der Krankenkasse zurückerstattet werden) wir machen möchten.

Das können sein:

  • Toxoplasmose Test
  • Zytomegalie Test
  • Triple-Test
  • First-Trimester-Screening
  • Fruchtwasseruntersuchung
  • B-Streptokokken Test

Manche Tests wie der Chlamydientest werden Standardgemäß gemacht. Genauso wie auch der Glukosetoleranztest. Bei den restlichen musst du dich informieren und überlegen was dir wichtig ist. Manchmal gibt es in der Familie bestimmte Krankheiten die vererbt worden sein können oder dein Partner hat eine vererbbare Krankheit. Infos solltest du auf jeden Fall bei deinem Frauenarzt bekommen. Zusätzlich kannst du aber auch deine Hebamme fragen, falls du schon eine hast.

Ich hab mich bei dem Thema mit meinem Partner und auch einigen Freundinnen die diese Entscheidung auch treffen mussten unterhalten und mich dann entschieden.

Tipps gegen Übelkeit und was mir geholfen hat

Viele kennen die unzähligen Listen an Tipps die es im Internet gibt. Da wirklich jede Schwangerschaft anders ist, gilt es zu testen, was dir persönlich hilft.

Bei mir war tatsächlich Schlafen das einzige was wirklich geholfen hat. Nach 10 Stunden Schlaf ging es mir recht gut und auch die Übelkeit hat sich dann in Grenzen gehalten. War es weniger, hatte ich den ganzen Tag mit der Übelkeit zu kämpfen. Das ich es nicht geschafft habe jede Nacht 10 Stunden zu schlafen könnt ihr euch sicher vorstellen. Denn berechnet man dann den Arbeitsweg und die Arbeitszeit am nächsten Tag blieben mir zuhause meistens noch effektiv 2-3 Stunden. Somit gab es einige viele Tage an denen ich mich dann eben trotzdem damit rumplagen musste. Da half auch Essen nicht.


Tipps, die du ausprobieren kannst:

  • auf Platz 1 steht bei mir ganz klar schlafen und ausruhen
  • sehr wichtig, regelmäßiges Essen, alle zwei Stunden etwas kleines futtern. (Am besten immer einen Müsliriegel oder was ihr gern mögt und eine kleine Flasche Wasser dabei haben!)
  • Grüne Äpfel essen (mir haben tatsächlich Pink Lady Äpfel besser geschmeckt und sind mir auch gut bekommen)
  • Salziges Essen, Salzstangen oder Tuc (das hat mir auf jeden Fall auch an manchen Tagen geholfen)
  • Akupunktur durch Hebamme (habe ich leider nicht versucht, bin aber ein klarer Für-Sprecher der Akupunktur)
  • Akupressurarmbänder (habe ich nicht getestet)
  • Ingwer-Zitronen-Wasser (war ziemlich eklig und hat absolut nichts geholfen. Ingwer im Tee hat ein wenig geholfen)
  • kaltes Wasser mit Zitrone (in dem Fall hat mir eine Sprite mehr geholfen)
  • Natron-Wasser (hab ich absolut nicht runter bekommen – Kopfsache)
  • Bananen (allgemein habe ich Unmengen an Obst täglich verdrückt) 
  • Zwieback gleich morgens im Bett (das hat bei mir gar nichts gebracht, ich würde sogar sagen, dass es das Ganze noch verschlimmert hat)
  • frische Luft (eine kleine Runde spazieren gehen oder sich einfach nur raus setzen empfand ich als sehr angenehm)
  • an frischer Zitrone riechen (dran gerochen, inhaliert, gefuttert, Gesicht verzogen, Sodbrennen bekommen…)
  • trockenes Stück Brot (das war auf jeden Fall eine Alternative wenn ein Hüngerchen kam, aber Essen kochen noch gedauert hat)
  • Pellkartoffeln mit Butter und Salz (schade das ich hier auf meine heißgeliebte Leberwurst verzichten musste)
  • Gurken und Karotten (Gurken gingen immer, vor allem Gewürz- und Senfgurken. An Möhren bin ich nicht ran gekommen)
  • Pumpernickel oder Mehrkornbrot essen (Weißbrot gab es bei mir nur noch selten, dafür Schwarzbrot in Massen, vor allem mit Körnern. So hat der Magen länger etwas zu tun gehabt)
  • sich morgens Zeit nehmen und Frühstücken, auch wenn es nur ein Toast ist

Jetzt schon Umstandsmode? Brauche ich die überhaupt?

In der ersten Zeit, als die Hosen anfingen zu kneifen und der Hosenbund extrem gestört hat, kam natürlich auch bei mir die Frage auf ob ich mir jetzt schon eine Schwangerschaftshose kaufen sollte. Dann dachte ich mir aber, wozu jetzt schon. Immerhin wird sich der Körper noch arg verändern und schließlich ist es ja nur der Hosenbund der stört. Bzw. der Knopf, den ich dann am liebsten einfach offen gelassen habe. Bis ich irgendwo ein Bild gesehen habe, in dem diejenige die Hose mit einem Gummiband geschlossen hat. Dazu müsst ihr einfach ein Gummiband durch die Knopföffnung ziehen und dieses dann um den Knopf machen. Somit hat der Bauch mehr Platz und der nervige Knopf drückt nicht mehr.

Das hat mich über die Zeit, in der sich der Bauch besonders unterhalb des Bauchnabels verändert, gebracht. Alternativen waren natürlich auch jetzt schon Stoffhosen mit einem elastischen Bund. Besonders im Sommer ist so etwas eine sehr angenehme Art der Kleidung. Im 2. Trimester verlagert sich die Gebärmutter in Richtung Bauchnabel. Der Bauch wächst dann also weiter oben weiter und Ihr könnt theoretisch eure “normalen” Hosen wieder anziehen, wenn sie nicht gerade High Waist sind.

Über Umstandsmode sollte man trotzdem nachdenken, finde ich. Denn eine solche Hose kann eine stützende Funktion für den Bauch haben und ihn im Winter schön schützen und einpacken. Aber im 1. Trimester ist das sicher noch nicht erforderlich und Ihr werdet erstmal mit eurem Körper und der Umstellung zutun haben.

Fazit

Respekt an alle Schwangere und Frauen die schon ein Kind bekommen haben. Ich habe zwar schon vorher vor euch den Hut gezogen, aber tatsächlich hatte ich mir alles sehr viel leichter vorgestellt. Tja, von außen betrachtet sieht es eben immer easy aus. Bei mir hat sicher auch keiner gedacht das es mir so dreckig ging, da ich mich zurückgezogen hatte und es somit nicht viele mitbekommen haben.

Wenn es dir scheiße geht, zögere nicht zum Arzt zu gehen! Auch wenn mir mein Hausarzt nicht viel helfen konnte und immer sagte ich soll Durchhalten, so hat er mich ohne zu zögern immer mal wieder ein paar Tage raus genommen. Die habe ich dann auch bitter nötig gehabt um mich auszuruhen und neue Kraft zu tanken. Ich bin nach wie vor sehr froh über das Verständnis. Mein schlechtes Gewissen gegenüber der Arbeit haben mir die Schwestern schnell ausgeredet. In dem Moment läuft dein Körper auf Hochtouren. Er tut alles um diesen kleinen Wesen alles zu geben was es braucht. Der Körper selbst benötigt dazu Ruhe und ist deshalb auch oft sehr ausgelaugt. Das ist völlig normal. Für mich war es sehr merkwürdig, da ich immer wieder ausgebremst wurde.

Also, durchhalten, auf deinen Körper hören und ihm vor allem vertrauen und unterstützen!

Alles Gute für dich und denke immer daran, du bist nicht allein!

2 Comments

  • Kay 19. August 2018 at 16:31

    Schön, dass du deine persönlichen Erfahrungen hier teilst und anderen werdenden Mamis hilfreiche Tipps mit auf den Weg gibst! Ich habe ja keine Kinder in Planung, aber wenn es doch unerwarteterweise einmal soweit sein sollte, weiß ich, wo ich nachsehen kann 😉

    Liebe Grüße, Kay
    http://www.twistheadcats.com

    Reply
    • Dany 19. August 2018 at 20:13

      Das ist süß, vielen Dank. Wir haben uns auch Zeit gelassen bis wir so weit waren. Und dafür habt ihr ja jetzt das kleine Fellbündel, der wird euch auch auf Trab halten. Alles Liebe, Dany <3

      Reply

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