Mein erstes Mal- als Gast beim DDP Cup

Posted on 12. Februar 2017 by Dany

 

“Ich tanze, weil das Tanzen was verändern kann.

Ein Move kann einer ganzen Generation die Freiheit geben, wie bei Elvis.

Ein Move gibt dir den Glauben an dich selbst. …

Und einige Moves geben einem schlaksigen lockigen Kerl, der nichts will als Tanzen … sowas wie Hoffnung, … dass er doch was Besonderes ist.”

Wenn ich tanze, dann bin ich schüchtern. Am liebsten wäre mir, dass mich keiner sieht. In einem Raum in dem ich ganz allein bin kann ich die Massen zum Kochen bringen. Wenn ich tanze, dann zeige ich mich, ich offenbare mein Ich – nackt. Niemand zum Verstecken, nur ich und die Musik. Und das ist es wovor ich Angst habe. Mit Tanz mach ich mich nackt. Ich offenbare mein Inneres. Ich zeige Gefühle- ich mache mich verletzlich.

Manchmal für einen kurzen Moment kann ich es- ich tanze und dann, dann bin ich frei. Und Gleichzeitig fühle ich mich wie der König der Welt. Als könnte ich alles erreichen und alles sein was ich möchte. Dann, wenn ein tolles Lied kommt und ich den Beat und den Bass in mich aufnehme. Dann kann ich nicht anders, ich muss mich bewegen. Langsam fange ich an, erst einmal Lage checken. Schaut mir jemand zu, komm ich damit klar, kann ich es ausblenden? Und dann überkommt es mich. Im Kopf bin ich dann woanders. Auf meiner eigenen Bühne ohne Zuschauer, weil ich schüchtern bin.

Wenn ich mich konzentrieren möchte, darf ich keine Musik hören, denn dann tanze ich. Im Kopf folge ich dem Beat, dem Klang, dem Bass. Ich liebe es und hasse es zugleich.

Es hieß immer tanzen verbindet. Aber auch nur wenn man eine Crew hat bzw. einer angehört. Und diese ist dann für sich. Es fühlt sich an wie ein Wettkampf, immer. Konkurrenzdenken.

Und genau das habe ich gefühlt als ich dort saß, als Gast, als Zuschauer beim DDP Cup. Es war so nah, der Tanz, Emotionen, Leidenschaft und doch so Fern durch die Leute. Sie haben einen Zaun gebaut. Jede Gruppe einen. Jede Gruppe hatte Ihre Fans und wehe einer Applaudiert für eine andere Gruppe- weil tanzen doch verbindet. Der gehört dann nicht mehr dazu, so scheint es. Ein komisches Gefühl, haben wir doch mit allen mitgefiebert und gehofft, dass sie ihre Sache gut machen.

Ich bin froh dabei gewesen zu sein, aber gleichzeitig traurig nicht dabei zu sein. Nicht dabei zu sein, in der Gemeinschaft, in einer Crew. Nicht mehr fühlen zu können wie die Musik durch den ganzen Körper geht, sich der Herzschlag beschleunigt und das Adrenalin durch den ganzen Körper fließt. Der Moment wenn man die Bühne betritt und es nur noch dich und die Musik gibt. Und irgendwann nach einer gefühlten Ewigkeit spürst du, dass du nicht allein warst.

Tanzen kann etwas verändern, es verändert mich. Tanzen ist für mich Freiheit. Durch Tanzen kann ich an mich glauben und daran, dass ich etwas kann, das ich etwas Besonderes bin.

Aber ich habe mich eingeschlossen, bin weggegangen. Ich schütze mich. Nie wieder tanzen habe ich mir geschworen, dass es eine Lüge ist weiß ich. Aber ich kann nicht mehr frei sein, höchstens für ein Lied. Denn dann ist es vorbei. Und ich verkrieche mich wieder in meinem Schneckenhaus.

 

 

Tanzen ist wie ein Fenster zur Seele

Sieh die Musik – Höre den Tanz

2 Comments

  • Lisa 14. Februar 2017 at 16:16

    Hallo Dany,
    ich weiß gar nicht, warum du so Bedenken hast einfach los zu tanzen. Da wären wir wieder beim Thema, was juckt uns die Meinung anderer. Aber ich will jetzt nicht Überredungsarbeit leisten. Das ist halt nicht jedermanns Ding im Club den Körper hemmungslos zu schwingen. Aber zu Hause… !!! Bitte gerne doch.
    🙂 Ich frag mich, was das ist, dass wir bei Musik unweigerlich mitzucken. In der Natur hat doch eigentlich immer alles seinen Grund. Was hat sich die Evolution denn dabei gedacht? 🙂
    ich weiß auch nicht, ich tanze sehr sehr gern.

    Ich mag das auch nicht bei Wettbewerben jeder Art, diese Missgunst gegenüber Konkurrenten. Was ist aus dem “Dabei- sein- Gedanken” geworden…

    Lieben Gruß, Lisa.

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    • Dany 14. Februar 2017 at 18:01

      In der Disco geht es meistens aber so wenn ich weiß alle schauen zu fällt es extrem schwer. Zumindest dann, wenn es keine einstudierte Choreo ist.

      Reply

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