Real Life Thriller – Die Tatortreiniger(in)

Posted on 30. Dezember 2016 by Dany

Was passiert eigentlich wenn sich ein Mensch eine Kugel in den Kopf gejagt hat, wer richtet das Zimmer wieder her und beseitigt alle Spuren?

In der heutigen Zeit ist der Tod immer noch ein Tabu-Thema. Kaum jemand spricht darüber. Verständlich. Auch ich kann mir schöneres vorstellen. Aber seit ich denken kann haben wir immer gelernt, dass der Tod dazu gehört. Wie Gut und Böse so gibt es eben auch Leben und Tod. Erst kürzlich hat er wieder einen Menschen geholt und kurz darauf erblickte ein Baby das Licht der Welt. Es war wie es vorgesehen ist, ein Mensch geht, ein anderer wird geboren. Das Schlimme daran, die Frau die gestorben ist, ist nun Oma.

Es hat mich an viele Dinge aus meiner Vergangenheit erinnert. Viele Bilder in meinem Kopf. Einige Dinge die ich auch jetzt erst richtig verstehe. Jetzt wo ich älter bin und einige Erfahrungen machen konnte. Aber wie man damit umgeht. Das weiß ich bis heute nicht. Besonders weil es mir so vorkommt, als wenn immer nur die Guten viel zu früh gehen müssen.

Aber im gleichen Atemzug denke ich auch daran, was ist wenn ein Mensch gegangen ist. Oft tun viele das nicht auf die bequemste Art und Weiße die es gibt. Meine Uroma wollte einfach nur einschlafen. Und ich bin dankbar, dass sich Ihr Wunsch erfüllt hat. Aber was ist mit all denen die nicht so von uns gehen? Natürlich, der Körper oder die Überreste werden abgeholt. Abgeholt von einem Beerdigungsunternehmen. Und dann? Ich selbst finde es sehr interessant, was passiert mit dem Körper, der Hülle wenn eine Seele nicht mehr darin wohnt?

Ich habe einmal einen Beitrag im Fernsehen gesehen, der hat mich gefesselt. Und so wollte ich mehr wissen. Also habe ich im Internet recherchiert und habe ein Buch gefunden. Ein Buch über einen Mann dessen Job es ist das was bleibt wegzuräumen. Er ist derjenige, der Ordnung ins Chaos bringt. Derjenige, der den Ort des Geschehens wieder herrichtet als sei nie etwas passiert. Er hilft den Angehörigen, Wohnungs- oder Hausbesitzern oder wo auch immer Jemand zu Tode gekommen ist. Und das nicht nur mit seiner Arbeit an sich. Denn er hört zu. Auf einer Seite ist er ein Tatortreiniger, oder wie er es lieber bezeichnet, ein Fundortreiniger. Auf der anderen Seite ist er ein Seelenklempner. Denn er hilft indem er zuhört.

Peter Anders kommt, wenn das Leben gegangen ist

Peter Anders, geboren 1966, erkannte durch seine Einsätze als Feuerwehrmann bei der Berufsfeuerwehr München den Bedarf an Fachleuten, die den Angehörigen die Tatort-, Leichenfundort- und Unfallortreingung abnehmen. Er gründete seine Firma „ ASD München“ und ist seit 2005 als einer der wenigen Tatortreiniger Deutschlands tätig. Peter Anders ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern bei München.

Peter Anders ist Tatortreiniger. Er beseitigt, was der Tod hinterlassen hat. In seinem Buch schildert er seine spektakulärsten Fälle. Er erzählt von den Begegnungen mit den Angehörigen, von den Schicksalen, die sich hinter den Wohnungstüren verbergen, vom Geruch des Todes, den man nie wieder vergisst- spannende Kriminalfälle, bewegende Schicksale, Grenzerfahrungen…

Nichts für schwache Nerven

Was mich besonders dazu bewogen hat das Buch zu kaufen, alles ist echt. Alles ist real. Es ist tatsächlich passiert. Es ist als könnte man für einen kurzen Augenblick mit Peter Anders hinter die Kulissen schauen. Mich interessiert dieses Thema einfach sehr. Die Schicksale, das Warum. Im Buch wird nichts mit Blümchen geschmückt, es ist wie es ist. Was bleibt wenn sich ein Mensch mit einem Schuss in den Kopf selbst das Leben genommen hat. Oder was passiert wenn ein Mensch erst Wochen später gefunden wird, auf dem Teppich liegend. Wenn man bisher dachte, man würde den Menschen die einen finden und die Reste beseitigen müssen einen Gefallen tun indem man in der Badewanne das zeitliche segnet, der irrt.

Dieses Buch sollte niemand lesen der dabei Ekel empfindet oder bei dem sich die Nackenhaare aufstellen wenn es um das Thema Tod oder Tatortreinigung geht.

Einmal abgesehen von der Situation, dass am Ort des Geschehens ein Mensch gestorben ist, so gleicht seine Arbeit meistens eher einer Entrümpelung. Und der Ort des Geschehens eher einer Baustelle. Denn um Spuren zu beseitigen müssen die fleißigen Helfer oft Tapete, Fußbodenbelag und alles was entfernt werden kann entfernen. Und dann geht es ans Reinigen. Denn der Geruch geht in Wände und setzt sich dort fest. Es sind also auch Chemiekenntnisse erforderlich. Mit welchen Mitteln kann welcher Geruch, bzw. welche Bakterie gelöst werden. Was ebenfalls oft dazu gehört, Insektenbeseitigung. Diese entstehen beim zersetzen des Körpers.

Fazit

Wer dieses Thema interessant und nicht eklig findet, für den ist dieses Buch hochinteressant. Ein Thriller aus dem realen Leben. Ich fand es großartig, seine Arbeit. Und es ist gut, dass es Menschen wie Ihn gibt.

Für Junkies gibt es noch mehr

Diejenigen, die nicht genug bekommen können nach „was vom Tode übrig bleibt“ die kann ich beruhigen. Es gibt auch einen zweiten Teil. Im Buch „Kein Job für schwache Nerven“ erzählt Peter Anders weiter. Was er erlebt an Orten an denen er putzt wo andere nicht hinsehen können.

Aber er ist nicht der Einzige. Ich habe ein weiteres Buch gefunden. Dort ist es eine Frau, die über Ihren Job als Tatortreinigerin erzählt. Antje Schendel erzählt in Ihrem Buch „Die Tatortreinigerin- Ich komme, wenn das Leben geht über Ihren Alltag. Wie Sie zum Beruf gekommen ist und von Geschichten die sich in Ihren Kopf eingebrannt haben.

Auch dieses Buch ist finde ich ein echtes Muss.

4 Comments

  • Consenal 3. Januar 2017 at 22:38

    Hi Dany, ein toller Beitrag ich finde solche Themen super interessant und wusste von diesen Büchern noch nichts.
    Die muss ich mir auch unbedingt holen. <3
    LG consenal

    Reply
    • Dany 4. Januar 2017 at 20:50

      Hey, vielen Dank für deinen Kommentar und dein Kompliment. Freut mich sehr wenn ich dein Interesse zu den Büchern wecken konnte. Lesen sich auch toll. Kannst ja mal bescheid geben wenn du eins gelesen hast. Lg Dany

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  • Sassi 31. Dezember 2016 at 10:06

    Das ist echt ein toller Tipp. Ich finde es eigentlich schlimm, dass Tod so ein Tabu Thema ist – warum denn auch?
    Außerdem mag ich es, wenn Bücher real sind. Niemand hat sich extra etwas ausgedacht, sondern dahinter stehen echte Menschen. So ist alles viel realer und regt schneller zum Nachdenken an <3
    Liebste Grüße
    Sassi

    Reply
    • Dany 2. Januar 2017 at 7:26

      Liebe Sassi, danke für deinen Kommentar. Naja, das liegt eben an der Gesellschaft, alles was unangenehm ist wird totgeschwiegen. Aber es gehört nun mal dazu. Genauso wie solche Jobs. Ich finde die Bücher wirklich klasse und eben besonders was die Menschen da leisten. Wäre es nicht so ein Knochenjob würde ich es auch versuchen. Kann natürlich sein, dass es mehr die Neugier ist. Lg Dany

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