Schwanger – das zweite Trimester

Posted on 17. Oktober 2018 by Dany

Bye bye zweites Trimester, auf geht’s in die Endrunde.

Nachdem die ersten Wochen überstanden sind, folgt laut den meisten Blogbeiträgen, Foren etc. die schönste Zeit in der Schwangerschaft. Der Bauch ist noch nicht überaus groß oder sogar bisher kaum gewachsen. Das ermöglicht neben Bewegungsfreiheit auch, dass die Klamotten noch passen. Viele sagen jetzt wäre die beste Zeit zu Reisen, etwas zu unternehmen und Sachen zu erledigen…

Wie ich das zweite Trimester erlebt habe

Ernährung

Nachdem ich nicht mehr mit Übelkeit zu kämpfen hatte, begann mein Körper damit seinen eigenen Ernährungsplan auszuarbeiten. Jeden Tag aufs Neue bin ich im Kopf verschiedene Gerichte und Lebensmittel durch gegangen, bis in irgendeinen Teil meines Kopfes das Wort BINGO ertönte. Das hat sich über viele Wochen hingezogen, war aber wiederrum auch sehr interessant. Der Körper holt sich eben was er benötigt. Da meine Ernährung auch vor der Schwangerschaft schon etwas außergewöhnlich war, gab es keine Kulinarischen Überraschungen. Was ich als sehr positiv empfunden habe, ich konnte endlich wieder Milch trinken. Da gingen auch mal 3 Gläser Kakaomilch hintereinander drauf.

Winterschlaf

Nachdem ich über lange Zeit endlich meinen perfekten Schlafrhythmus gefunden hatte, konnte ich diesen auch gleich wieder über Bord werfen. Tatsächlich war mir meistens den ganzen Tag speiübel und ich war zu nichts zu gebrauchen, wenn ich nicht mindestens zehn Stunden Schlaf hatte. Auch das hat sich die ersten Monate des zweiten Trimesters hingezogen. Demnach war natürlich meine Zeit tagsüber sehr begrenzt. Fast zehn Stunden gingen für Job inklusive den Arbeitsweg drauf. Danach musste ich erstmal zuhause entspannen und hoffen, dass sich meine Rückenschmerzen in Grenzen hielten. Später war Kochen, Schnitten schmieren und Obst schnibbeln für den nächsten Tag angesagt. Und dann hieß es auch schon fast wieder ab ins Bett. Für Verabredungen nach der Arbeit oder andere Dinge war kaum noch Zeit.

Woche für Woche in denen sich mein Körper immer mehr verändert hat habe ich gemerkt, was dieser eigentlich leistet. Äußerlich habe ich nur kleine Veränderungen wahrgenommen, aber im Inneren hat es sich nach einer Kernsanierung angefühlt. Immer wenn ich nicht mehr konnte dachte ich nur: andere Frauen haben das auch geschafft, also Zähne zusammenbeißen und weiter. Irgendwann hatte ich täglich so starke Rückenschmerzen, dass ich oft den Tränen nahe war. Aber dabei sollte es nicht bleiben. Nach 4 Stunden im Büro wurde mein Bauch steinhart. Wie ein verkrampfter Muskel der sich nicht mehr gelockert hat. Das verursachte noch zusätzliche Schmerzen. Eigentlich alles Warnsignale meines Körper auf die ich hätte hören sollen. Aber der Kopf ist eben Stur. Und so legte mein Körper nochmal nach. Diese Art von Schmerz war mir fremd, also fragte ich bei der Hebamme nach und bekam zum Glück auch gleich eine Antwort. Eine Stunde später saß ich beim Frauenarzt. Das war der Moment in dem ich mir eingestehen musste, dass es so nicht weitergehen konnte.

Wahrnehmung

Bisher hatte ich den Geruch meines Arbeitskollegen immer als sehr angenehm empfunden. Entweder roch er wie frisch geduscht oder nach einem tolle Aftershave oder Männerparfum. Doch plötzlich wie aus dem Nichts hatte ich das Gefühl, als hätte er die ganze Flasche Parfum über sich geschüttet. Ein beißender Geruch setzte sich bei jedem Luftzug durch meine Nase direkt in mein Gehirn und verursachte nach und nach Schmerzen im Kopf. Aber damit noch nicht genug. Auf einmal habe ich Gerüche wahrgenommen, die sonst keiner gerochen hat. Was für andere ein lecker duftendes Lüftchen war, nahm meine Nase eher als Geruchsorkan wahr. Manches riecht auf einmal sehr angenehm, Anderes total eklig.

Das erste Mal als ich die Kleine in meinem Bauch gespürt habe konnte ich nichts damit anfangen. Im Ultraschall konnte ich dann das Gefühl mit den Bewegungen die ich gesehen habe verknüpfen. Alle hatten gesagt es fühle sich an wie Schmetterlinge im Bauch, wie ein flattern. Genau auf dieses Gefühl habe ich geachtet als die kleine Raupe anfing sich im Bauch Platz zu verschaffen. Da war also kein Schmetterling, dafür aber eben eine kleine Raupe. Seit dem wird mir mitgeteilt wenn meine Liegeposition innerhalb meines Körpers als nicht angenehm empfunden wird. Manchmal geht sie spazieren, manchmal schwimmt sie und zwischendrin wird getanzt. Aber immer wenn ich sie spüre bin ich fasziniert und beruhigt. Es ist interessant auf was die Kleine reagiert und wie sie sich dann äußert.

Dinge in der Schwangerschaft, die ich so nicht erwartet hatte…

  1. Die Muskeln werden weich

Bei mir macht sich das besonders im Rücken bemerkbar. Rückenschmerzen sind schon fast an der Tagesordnung. Keinen Hohlrücken zu machen ist nicht ganz einfach, schnell kommt es vor, dass man sich im Entengang fortbewegt. Wärmflasche, Badewanne und Kirschkernkissen sind jetzt meine besten Freunde.

  1. Ein Schrank voll nichts anzuziehen

Ich liebe mein neues ich als Murmeltier. Ich mag den Babybauch. Leider passen nun die meisten Sachen nicht mehr. Hosen erwecken plötzlich den Eindruck als hätte ich einen riesen Po. Mein Becken ist breiter. Immer wenn sich der Bauch nach vorn drückt verfalle ich schnell mal in den Hohlrücken, Entengang vorprogrammiert.

  1. Ich kann Spürhunden Konkurrenz machen

Wie oben bereits erwähnt, habe ich plötzlich Gerüche viel stärker wahrgenommen als jemals zuvor. Die Parfumabteilungen sind daher erstmal tabu. Es kann mitunter auch sein, das Sachen dessen Geruch du vorher als angenehm empfunden hast plötzlich total widerlich findest.

  1. Becherpinkeln wird neue olympische Disziplin

Bei jedem Frauenarztbesuch bezüglich der Schwangerschaft gehört es ab jetzt zum Standartprogramm Urin abzugeben. Bereits nach kurzer Zeit befindet sich daher ein mit Plastebechern volles Tablett im Toilettenraum.

  1. Schlafen wird überbewertet

Dieses Phänomen hat mich nun gegen Ende des zweiten Trimesters eingeholt. Ich falle todmüde ins Bett und bin nach wenigen Stunden Putzmunter um dann wiederum anderthalb Stunden später erneut für einige Stunden in den Schönheitsschlaf zu fallen.

  1. Nichts ist realer als diese fiesen Träume

Sicher bist du schon mal schweißgebadet oder voller Tränen aufgewacht um dann festzustellen das es nur ein Traum war. Warum auch immer, aber Träume in der Schwangerschaft rauben mir den letzten Nerv. Wenn ich könnte würde ich mich im Schlaf zwicken um eher aufzuwachen.

  1. Pickel und Haare (überall!)

Schon nach Absetzen der Pille hat meine Haut die zweite Pubertät erlebt. Während des ersten und zweiten Trimesters sah mein Gesicht des Öfteren aus wie ein Blumenkohl. Aber weil das noch nicht genug ist, wachsen plötzlich gefühlt überall Haare. Aber ich glaube die Härchen sind einfach nur dunkler geworden (zumindest was die am Bauch und am Oberschenkel angehen). Mein Haupthaar hat tatsächlich ein paar Babyhaare hervorgebracht.

  1. Unser Taschentuchvorrat ist leer

Es gibt Momente gefolgt von ganzen Tagen, an denen ich einfach so Rotz zu Wasser heulen könnte. An einem Tag habe ich allein Schubfächer für meinen Kleiderschrank zusammengebaut, das war easy. Allerdings bin ich beim Einbau in den Schrank gescheitert. Als mein Mann nach Hause kam saß ich immer noch da und war den Tränen nahe weil ich das Gefühl hatte total versagt zu haben und die simpelste Sache nicht hinbekommen zu haben. Filme die ich schon tausend Mal gesehen habe verlangen jetzt nach Taschentüchern weil die Tränen ungehindert kullern Und auch die Nase ist ständig verstopft.

  1. Schmetterlinge im Bauch

Die meisten Mamas haben das Gefühl als sie ihren Bauchzwerg das erste Mal gespürt haben als flattern bzw. wie Schmetterlinge im Bauch beschrieben. Für mich hat es sich am Anfang erstmal wie eine Darmverstimmung angefühlt. Später dann eher wie eine Raupe.

  1. Bauchschläfer

Ich bin ein Seiten / Bauchschläfer, dabei ist meistens ein Bein lang und das andere angewinkelt. Funktioniert schon seit vielen Wochen nicht mehr. Das äußert sich in leichten Schmerzen oder die Kleine teilt mir mit Tritten und ähnlichen mit was sie von der gewählten Position hält. Mit der Kugel während des Schlafs wenden fühlt sich ebenfalls sehr merkwürdig an.

  1. Dinge die nun hinter die Couch fallen sind verloren

Ich wollte nur den Stecker in die Steckdose hinter der Couch stecken. Auf den Bauch lehnen ging natürlich nicht. Auf die Atombomben, auch Brüste genannt, ging auch nicht und dazwischen war auch kein Platz. Ich schwöre, ich hab die Steckdose lachen hören.

  1. Bauarbeiterfeeling

Soweit ich denken kann habe ich noch nie eine Latzhose getragen. Mittlerweile frage ich mich, warum nicht? Die sind total bequem, alles hat Platz und es sieht nicht kacke aus. Ich liebe sie.

  1. Bigfoot

Viele haben es Prophezeit, aber ich dachte das kommt erst viel später. Meine Schuhe sind eindeutig eingegangen. Vielleicht sollte ich die Schnürsenkel komplett raus machen.

  1. Anziehen ist auch Sport

Mittlerweile gestaltet sich das Socken anziehen äußerst schwierig. Egal ob im Stehen, Sitzen oder Liegen. Jemand einen Tipp, außer ohne Socken das Haus zu verlassen?

  1. Intimrasur meets Urwald

So sehr ich auch auf Natur stehe was die Intimzone angeht muss es kein Dschungel sein. Doch so allmählich wird auch das zur Herausforderung. Es gäbe da noch die Möglichkeit der Wachsbehandlung, aber nach einem schmerzhaften Erlebnis mit Kaltwachsstreifen ist das eher keine Option.

So allmählich merke ich, dass es im Bäuchlein immer enger wird. Die Bewegungen des kleinen Bauchbewohners werden immer offensichtlicher und eine bestimmte Lage verursacht auch schon mal eine merkwürdig aussehende Beule im Bauch. Dennoch ist es einfach faszinierend was der Körper da vollbringt.

2 Comments

  • Kay 21. Oktober 2018 at 15:58

    Bei deiner Schilderung, wie du Gerüche wahrnimmst, musste ich lachen, denn meiner Schwester ging es während ihrer Schwangerschaft genauso! Neidisch bin ich ehrlich gesagt nicht auf diesen Zustand während einer Schwangerschaft, aber am Ende zählt es sich ja aus und das ganze Leiden ist vergessen 🙂

    Liebe Grüße, Kay
    http://www.twistheadcats.com

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    • Dany 26. Oktober 2018 at 15:36

      Das stimmt. Und es ist sehr interessant was der Körper da so vollbringt und macht. Liebe Grüße Dany 😀

      Reply

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