Über den Wolken – Dany à la Carte auf dem Weg nach Amsterdam

Posted on 15. April 2017 by Dany

Der Wecker klingelt. Ich schlage meine Augen auf, werfe einen Blick auf die Uhr und drücke auf die Schlummertaste. Nur noch ein paar Minuten denke ich. Zehn Minuten später ertönt wieder dieses Lied. Ich mag es. An einen normalen Wecker Ton ist nicht mehr zu denken. Denn eigentlich hasse ich es wenn der Wecker klingelt. Aber noch mehr hasse ich es wenn du dann förmlich aus dem Bett geschmissen wirst durch einen ekelhaften Klingelton.

Es ist 01:30 Uhr, am 07. April 2017 und ich weiß, dass ich jetzt definitiv aufstehen muss. Ich drehe mich um gebe ihm einen Kuss auf die Wange und schleppe meinen müden Körper ins Badezimmer. Am liebsten würde ich das Licht auslassen. Aber im dunklen wird das nichts mit kultivieren. Ich kneife meine Augen zusammen und versuche mich an das Licht zu gewöhnen.

Die Morgenroutine setzt ein. Egal wie müde oder abwesend ich bin, dank dieser Routine komme ich zurecht. Zwischen drin weiter packen. Alles was ich gerade benutzt habe und mit muss packe ich gleich in meine Waschtasche. Einige Dinge müssen in eine separate, verschließbare Tüte. Meine Freundin hat mir ein paar mitgebracht. Im Gedanken vertieft packe ich weiter nebenbei meine Wasch-  und Kosmetiktasche. Der Föhn würde ihn nun auch wecken. Deshalb föhne ich meine Haare erst ganz zum Schluss. Warum auch immer, dieses Mal dauert es ewig. Die Haare wollen einfach nicht trocknen. Nach gefühlten 20 Minuten die leider schon eine Stunde her sind bin ich angezogen und habe komplett gepackt. Es kann also losgehen.

2:40 Uhr es regnet und wir fahren los. Zum Dresdner Hauptbahnhof brauchen wir um diese Zeit nicht lang. Freie Straßen. Alle schlafen noch. Vorfreude. Schade, dass es regnet. Wir kommen an. Ich schaue mich um. Noch kein Flixbus zu sehen. Und auch von meiner Freundin keine Spur. Ich rufe sie an. Immerhin fahren wir in 15 Minuten ab. Freudestrahlend kommt sie mir entgegen. Ein kleiner Funke Aufregung springt über. Ich weiß nicht so recht wie ich mich von ihm verabschieden soll. Wir küssten uns, eine kurze Umarmung. Und dann rufe ich. Ich liebe dich. Er steigt ein, hat mich leider nicht gehört. Ich war zu leise. Nun geht alles sehr schnell. Ticket einscannen und wenige Sekunden später sitzen wir im Bus nach Berlin. Alle schlafen. Wir sind putzmunter. Es ist 3:15 Uhr. Für die Fahrt habe ich uns zwei Filme auf Prime geladen. Wir entscheiden uns für ziemlich beste Freunde. Es dauert nicht lang, da fallen Lisa die Augen zu. Ich schlafe jetzt ein bisschen sagt sie. Ich kann nicht schlafen. Ich schau einfach weiter immer mit Blick auf die Uhr.

Selbst halb Sechs morgens ist auf dem Schönefelder Flughafen in Berlin schon eine Menge los. Ich hab Durst und mein Magen knurrt. Völlig vergessen wie teuer alles auf dem Flughafen ist. Wir finden einen Automaten. Ich stecke zwei Euro in den Automaten und drücke die Nummer für eine Bifi im Brötchen. Ich denke daran was wäre wenn sie jetzt stecken bleibt. Es kommt wie es kommen musste. Die blöde Wurst bleibt natürlich stecken. Zum Glück hat meine Freundin noch zwei Euro. Nimm zwei ist also das Motto für den Morgen. Ein Eistee für drei Euro konnte ich mir nicht verkneifen.

Mit unserem Handgepäck laufen wir zum Check-In. Davor hat sich bereits eine meterlange Schlange angesammelt. Wir schauen uns an und sind froh, dass wir jetzt schon hier stehen. Aber es geht recht zügig voran. Auf den Monitoren erscheinen Sicherheitshinweise. Mir wird unwohl, alle Flüssigkeiten müssen in die verschließbare Türe. Ich hab einiges in die Waschtasche getan. Erstmal abwarten. Wir Scannen unsere Boarding Pässe. Ich lege meine Tasche in einen Korb und ziehe alle Jacken und meinen Schal aus. Auch der Gürtel muss dran glauben. Und nein, der ist nicht nur Deko. Aber die Hose hält. Auf der anderen Seite warten wir auf unser Gepäck. Lisas Rucksack biegt nach links ab. Das bedeutet auspacken und kontrollieren. Während ich mich anziehe habe ich den Blick auf das Band gerichtet. Meine Tasche kommt angerollt und … biegt links ab. Verdammt. Ein blöder Kommentar von Hinten, den ich versuche zu ignorieren. Ich habe nichts Verbotenes eingepackt. Sicher geht es um die anderen Flüssigkeiten. Ich fühle mich unwohl. Beobachtet. Wie ein Verbrecher. Der Sicherheitsbeamte wühlt meine Tasche durch und schaut dann in die Kosmetik- und Waschtasche. Drei Fläschchen sind zu groß. Ich sage ihm, dass ich dachte es ginge um die Menge des Inhaltes und nicht um die Größe der Flasche. Leider ein Irrtum. Schon vor dem Flug muss ich mich von meinem Kérastase Haaröl, meinem Sugar & Shine Spray von Biolage und meinem Mizellen Reinigungswasser verabschieden. Das tut weh. Aber viel schlimmer war dieses extreme Gefühl etwas Verbotenes getan zu haben. Die anderen Sachen passen nicht in die Tüte. Verzweiflung macht sich breit. Zum Glück ist der Mann mir gegenüber sehr freundlich. Er reicht mir eine Tüte und sagt „hier, mit freundlichen Grüßen von dem Flughafen den es nicht gibt.“

Ich schmeiße alles in meine Tasche bedanke mich und wir laufen los. Auf den Weg frage ich Lisa wie spät es ist. Plötzlich ruft sie „LOS“ und rennt. Ich renne hinterher. Der Weg ist weiter als gedacht. Mir wird übel. Was wenn wir es nicht schaffen. Als wir ankommen sind wir nicht die Letzten. Lachend laufen wir zum Flugzeug und steigen ein. Reihe 13 Sitz E und F. Mir hat die 13 bisher immer Glück gebracht. Ich hoffte, dass es auch diesmal so sein würde. Mir ging es immer noch komisch. Es hatte einen schlechten Beigeschmack seine Sachen so durch wühlen lassen zu müssen.

Dann geht es los. Ich mag dieses Gefühl wenn das Flugzeug abhebt. Wie eine Achterbahnfahrt die länger als eine Minute dauert. Und kurze Zeit später befinden wir uns schon über den Wolken auf den Weg nach Amsterdam. Hinter uns geht die Sonne auf und ich versuche diese unglaublichen Bilder mit meinem Handy einzufangen. Überall Flausche Wolken. Als könnte man über sie laufen, sich hineinkuscheln. Und dann noch die Sonnenstrahlen so warm und gemütlich. Hier oben ist es schön denke ich mir.

Über die S Note Funktion auf meinem Handy vertreiben wir uns die Zeit mit Galgenraten. Ich hatte ganz vergessen wie viel Spaß das immer gemacht hat. Es dauert nicht lang, dann setzte das Flugzeug schon zur Landung an.

Da waren wir nun. Auf den Flughafen einer anderen Stadt. Wir würden viel Englisch sprechen und hoffentlich einige Niederländer sprechen hören. Was wir erwarten. Eine Mischung aus Venedig, Spreewald und noch irgendetwas anderes. Ein Gefühl von Abenteuer und die Lust alles zu entdecken. Etwas aufregend Neues. Das Flugzeug parkt ein.  Und das Anschnallzeichen erlischt.

 

to be Continued …

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